Anomalie
2012–2015
U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz
Frankfurt a. M.

Während 2012–2015 habe ich mich in der Werkgruppe „Anomalie“ mit dem Thema des Werbeplakats beschäftigt, dabei habe ich Detailaufnahmen von Werbeplakaten mit meinem Smartphone aufgenommen.
Bei der Plakathängung entstehen bei der Überlagerung der einzelnen Segmente minimal Verschiebungen, die beim Vorbeifahren kaum wahrnehmbar sind. Bei genauerer Betrachtung erkennt man die hektisch angebrachten Segmente, die oft der Form, Ästhetik und des Inhalts der Werbebotschaft widersprechen.
Bis ein Plakat tatsächlich hängt, läuft ein in der Regel sehr langwieriger und kostenintensiver Arbeitsprozess ab. Beteiligt an diesem Prozess sind viele Parteien: Kunde, Werbeagentur, Modellagentur, Modell, Fotograf, Postproduktion, Lithoanstalt, Setzerei, Druckerei, Vermarkter von Werbeflächen.
Trotz der aufwendig, bis ins kleinste Detail bedachten und gestalteten Arbeit, kann – bei genauerer Betrachtung – das Ergebnis scheitern. Lieblos und unsauber an die Werbefläche geklebt, ergeben die Schönheitsfehler neue irritierend groteske Züge. Deutlich sind die einzelnen dots, das Druckraster, zu erkennen, die durch kleine Zäsuren täglich neue Kreaturen in unserem Alltag hervorrufen.